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RowErg – der komplette Guide

1.000 Meter, die dein Tempo bestimmen

Das Rowing ist Station 5 beim HYROX-Race – die Halbzeit-Station. Nach SkiErg, Sled Push, Sled Pull, Burpee Broad Jump und dem fünften Lauf hast du vier Kilometer in den Beinen und vier intensive Stationen hinter dir.

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Das Rowing ist deine Chance, wieder in einen kontrollierten Rhythmus zu finden – oder der Punkt, an dem deine Beine endgültig übersäuern.

Dieser Guide gibt dir alles: von den Grundlagen über das Regelwerk bis zur Race-Day-Strategie.

Die Grundlagen

Beim Rowing ruderst du auf einem Concept2-Ruderergometer insgesamt 1.000 Meter. Anders als beim SkiErg arbeitest du im Sitzen mit einer komplett anderen Bewegungskette. Belastet werden:

  • Beine – rund 60 Prozent der Kraft kommen aus den Beinen

  • Rücken – Latissimus, Trapezius und Rhomboiden

  • Core – für die Stabilität über die ganze Bewegung

  • Arme – für den finalen Zug

  • aerobe Kapazität – für ein konstantes Tempo

Der große Herausforderer: Nach vier Kilometern Laufen sind deine Beine massiv vorermüdet – genau die Muskulatur, die du für die restlichen drei Kilometer und drei Stationen noch brauchst.

Die Eckdaten auf einen Blick

Kategorie

Detail

Distanz

1.000 m (alle Divisionen gleich)

Station

5 (nach dem fünften 1-km-Lauf)

Damper

voreingestellt auf Stufe 6, frei anpassbar

Footplates

Position 4, vor dem Start anpassbar

Regeln und Penalties

  1. Vor dem Start wird der Monitor vom Judge-Team zurückgesetzt.

  2. Füße auf den Footplates und Gesäß auf dem Sitz, bevor du den Griff nimmst.

  3. Die Füße bleiben während der gesamten 1.000 Meter auf den Footplates.

  4. Nach dem Abschluss sitzen bleiben und den Arm heben, bis der Judge bestätigt.

Penalty-Übersicht

Vergehen

Konsequenz

erster Verstoß

Verwarnung

zweiter Verstoß

15 Sekunden

jeder weitere Verstoß

15 Sekunden (ohne Warnung)

vorzeitiges Verlassen

Zeitstrafe bis Disqualifikation

Die perfekte Technik

Ein sauberer Ruderschlag besteht aus vier Phasen.

Phase 1 – The Catch: Ganz vorne sitzen, Schienbeine vertikal (90 Grad), Arme komplett gestreckt, Oberkörper leicht nach vorne (11-Uhr-Position), Schultern entspannt, Griff auf Höhe der Schienbeine.

Phase 2 – The Drive (60 % Beine, 30 % Rücken, 10 % Arme): Zuerst drücken die Beine explosiv (Arme gestreckt), dann öffnet der Rücken, erst zum Schluss ziehen die Arme zum unteren Brustbein.

Wichtig: Die Reihenfolge entscheidet. Die Arme ziehen erst, wenn die Beine fast durchgestreckt sind.

Phase 3 – The Finish: Beine komplett gestreckt, Oberkörper leicht zurückgelehnt (1-Uhr-Position, nicht weiter), Griff am unteren Brustbein, Schulterblätter zusammen.

Phase 4 – The Recovery: Umgekehrte Reihenfolge – Arme, Rücken, Beine. Die Rückführung dauert doppelt so lang wie der Drive (Verhältnis 1:2).

Der Damper – das Gefühl des Schlags

Bereich

Charakter

1–3

wie ein schnelles Rennboot

4–6

mittelschweres Boot (HYROX-Standard)

7–10

schweres Boot, mehr Krafteinsatz

Praxis-Tipp: Die meisten fahren mit Stufe 6 am besten. Experimentiere im Training, nicht am Race Day.

Häufige Fehler und Korrektur

Fehler

So machst du es richtig

zu viel Arme, zu wenig Beine

60 % der Kraft aus den Beinen

Oberkörper zu weit zurück

maximal 1-Uhr-Position

zu schnelle Recovery

Recovery doppelt so lang wie der Drive

Füße verlassen die Footplates

Füße immer fest auf den Plates

Arme und Beine gleichzeitig

Beine, dann Rücken, dann Arme

Strategie und Effizienz

Pacing – die 1.000 Meter klug aufteilen

  • 0–250 m: kontrolliert starten, Rhythmus und Schlagzahl finden (85–90 %).

  • 250–500 m: in den Groove kommen, konstantes Tempo (90–95 %).

  • 500–750 m: die mental härteste Phase – Fokus auf Technik.

  • 750–1.000 m: alles rausholen.

Pace-Richtwerte nach Level

Level

Split pro 500 m

Schlagzahl

Gesamtzeit

Beginner

2:15 – 2:30

20–24 SPM

4:30 – 5:00

Intermediate

2:00 – 2:15

24–28 SPM

4:00 – 4:30

Advanced

1:50 – 2:00

28–32 SPM

3:40 – 4:00

Elite

unter 1:50

32–36 SPM

unter 3:40

SPM = Strokes per Minute (Schläge pro Minute).

Die drei Pacing-Strategien

  • Steady-State: konstantes Tempo – für Einsteiger.

  • Negativer Split: erste Hälfte kontrolliert, zweite schneller – für Intermediate.

  • Positiver Split: schnell starten, dann halten – für Advanced und Elite.

Rund 70 Prozent fahren mit Strategie 1 oder 2 am besten.

Atmung und Mental-Hacks

Atmung im 1:1-Rhythmus: einatmen in der Recovery, ausatmen im Drive. Mental helfen die 250-Meter-Methode, ein gezielter Monitor-Check alle 250 Meter (nicht ständig) und ein Mantra wie „legs, back, arms".

Training und Vorbereitung

Das Training ruht auf vier Säulen:

  1. Technik: Phasen-Drills (nur Beine, dann plus Rücken, dann voller Schlag), Recovery-Drills im 1:2-Verhältnis, Split-Zeit-Training.

  2. Kraft: Beine für den Drive (Front Squats, Split Squats, Box Jumps), Rücken für den Zug (Rows, Lat-Pulldowns, Face Pulls), Core.

  3. Kondition: Intervalle, Race-Simulationen, längere Intervalle für Pace-Stabilität.

  4. Mental: Visualisierung und Pain-Cave-Einheiten.

Frequenz: zweimal rowing-spezifisch pro Woche, zweimal Beintraining, alle zwei bis drei Wochen eine Simulation.

Race-Day-Protokoll

Singles

  1. Station betreten: Gerät zugewiesen bekommen, Monitor wird zurückgesetzt.

  2. Einstellen: Footplates (Standardposition 4) und Damper (Standard 6) prüfen, bei Bedarf anpassen.

  3. Positionieren: setzen, Füße auf die Footplates, erst dann den Griff nehmen.

  4. Start: drei Probeschläge, dann die Strategie durchziehen.

  5. 0–250 m: kontrolliert, Technik vor Tempo.

  6. 250–750 m: Tempo halten, alle 250 Meter kurz die Split-Zeit checken.

  7. 750–1.000 m: alles rausholen, bei 1.000 m sitzen bleiben.

  8. Finish: Arm heben, Judge rufen, Bestätigung abwarten, dann ab zur Roxzone.

Doubles

Vorab eine Split-Strategie festlegen und klären, wer zuerst startet – beide müssen zur Station gehen. Beim Wechsel rudert der arbeitende Athlet bis zum vereinbarten Punkt, der wartende steht hinter dem Gerät; einer steht auf, der andere setzt sich sofort.

Achtung: Gegenseitiges Helfen bei Damper oder Footplates ist eine Penalty.

Übliche Splits:

  • 250/250/250/250 m – beide gleich

  • 500/500 m – weniger Wechsel

  • 600/400 m – der Stärkere übernimmt mehr

  • Wechsel alle 200 m – maximale Frische


Fazit: Dein Rowing-Masterplan

Das Rowing ist die Halbzeit-Station, die über deine zweite Rennhälfte entscheidet. Die drei wichtigsten Takeaways:

  1. Technik vor Kraft – die Reihenfolge Beine, Rücken, Arme spart Energie und bringt Speed.

  2. Finde deine Pace-Strategie (Steady-State, Negative oder Positive Split) im Training.

  3. Bleib mental stark – nutze die 250-Meter-Methode und dein Mantra.

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